Futtersuche
Mexxin's Rohfütterung
Resümee
Mexxin’s Futtergeschichte:
© 5/2006
Hier erzählt
Fraudi was sie im „WWW“ zum Thema Ernährung und Hundefutter gefunden hat und
erzählt rückblickend, wie es damals in ihrer Kindheit üblich war:
Erinnerungen
an frühere Zeiten:
Der Hund
meiner Oma wurde 13 Jahre alt, wurde nie geimpft oder entwurmt, war nie beim
Tierarzt und bekam fast jedes Jahr mindestens einen Wurf (ohne menschliche
Hilfe). Bis zum Ende seiner Tage hatte er keine Medikamente bekommen und auch
keine "Zusatzmittelchen". War sommers wie winters draußen bei Hitze und Kälte,
Regen und Schnee. Er hatte eine Kiste mit ein paar alten Tüchern zum Schlafen,
die in der überdachten Hofeinfahrt nahe der Eingangstüre stand.
Zu fressen bekam er Tischabfälle (Knochen!), Schlachtabfälle, Mäuse, was er am
Kompost finden konnte od. was er sich von den anderen Tieren am Hof stibitzte.
Mir tat der Hund leid (ebenso wie meiner Mutter und öfters bekam er was von
unserem Schnitzel ab) aber die Leute auf dem Lande kannten es nicht anders.
Dabei hatte dieser Hund es noch gut. Er konnte sich frei bewegen und wurde nicht
angekettet (er trug nicht mal ein Halsband), hatte zu Essen und zu Trinken und
ein Dach über dem Kopf. Im Sommer musste er nicht in der brütenden Sonne darben,
im Winter nicht im Schnee liegen. Er konnte tun und lassen was er wollte,
niemand traktierte ihn mit Gehorsamsübungen, oder schleppte ihn in irgendein
verrauchtes Lokal. Er hatte aber nur einen eingeschränkten Lebensraum und kam
kaum aus dem Hof raus. Übrigens: Der Hund hieß „Rolfi“ ein mittelgroßer
Colliemix und er hieß so, wie alle Hunde, die meine Oma vor und nach ihm hatte.
Trotzdem hätte ich diesem herzensguten Hund, der mich durch meine Kindheit in
den Ferien und Wochenenden begleitet hat, ein besseres Leben gegönnt.
Dieses schlechte Beispiel (auch wenn das vom Idealfall, jedoch nicht von der
Realität weit weg ist) zeigt, dass Hundehaltung bzw. -fütterung auch so möglich
war und ist.
1972 zog im Alter von 16 Wochen ein Mittelpudelrüde bei uns ein. Ein
kräftiger, sehr sozialverträglicher Hund. Der war auch lange sehr gesund. Damals
gab es noch kein Hundefutter in Dosen und Säcken. Man bereitete das Futter
selber zu. Faschiertes, Gulaschfleisch, Huhn gekocht mit Gemüse, Reis oder
Hundeflocken vermischt. Hin und wieder ein Vitamintablettchen. Einmal jährlich
bekam er die üblichen Impfungen und wurde von seiner Tierärztin untersucht. Ob
er entwurmt wurde weiß ich gar nicht mehr so genau. Mit etwa 10 Jahren wurde
Diabetes und Spondylose diagnostiziert. Unsere Nachbarin, bei der er unter tags
weilte, hatte es mit Nudelsuppe und Knödeln zu gut gemeint. Vielleicht war es
aber auch erblich bedingt (wer kann das schon genau sagen?).
Die Abnützung der Wirbel rührte vom Halsbandtragen und weil er ständig an der
Leine zog. Ab sofort gab es dann nur noch strenge Diät. Huhn mit Reis und Gemüse
(ohne Karotten), nichts zum Naschen (keine „Manner-Schnitten“) und alles streng
abgewogen. Für das Nackenproblem wurde ein Brustgeschirr gekauft. Eine
Gefriertruhe wurde angeschafft, zwecks Bevorratung auf längeren Zeitraum und
kostensparenden Einkaufs.
Weil das Hendlkochen, von den Knochen ablösen und einpaketieren sehr
zeitaufwendig war, probierte man es zeitweise mit P******* P**-Dosen. Laut
Tierarzt eine gesunde Alternative zum Selberkochen. Damals das beste Futter am
Markt. Ich könnte mir vorstellen, dass es das damals auch noch war, besser als
heutzutage. Fernsehwerbung kannten wir noch nicht. 3 Jahre lang haben wir
diätgekocht, teilweise P******* P**-Dosen verfüttert und ihm 3 x tägl. Insulin
gespritzt.
Geduldig hat er es ertragen (so ein kleiner Hund hat halt nur begrenzte
Möglichkeiten die Spritzen gewebeschonend zu setzen) bis er eines Tages eine Art
epileptischen Anfall hatte. Wir wollten ihm ersparen, dass er (abgesehen von
diversen Nebensymptomen wie: Hautprobleme und blind werden) so einen Anfall
erleidet, wenn wir nicht bei ihm sein konnten und entschlossen uns ihn zu
erlösen. Damals waren die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Möglicherweise wäre
es heute schon um etliches einfacher und für den Hund angenehmer.
Eine Zeit lang war ich hundelos, da muss sich auf dem Futtermarkt und in den
Tierarztpraxen unheimlich viel getan haben.
1991 habe ich zwei Yorkshire Terrier vom Züchter geholt.
Lissja und Daisy. In meinen alten Hundebüchern stand noch nichts von
Fertigfutter. Der Züchter fütterte Rinderfaschiertes gekocht mit Reis und
Gemüse. Das fütterte ich auch weiterhin. Abwechselnd mit Huhn, verschiedenem
Gemüse, Hundeflocken und eine Mineralstoff-Vitaminmischung.
Mit dem Besuch von Hundeausstellungen erfuhr ich von Trockenfutter
verschiedener, heute sehr bekannter, Fertigfutter-Firmen. Tierhandlungen gab es
nicht so viele und die großen Tierfuttermärkte überhaupt noch nicht. Auto hatte
ich selber noch keines und wenn ich mal Gelegenheit hatte in ein Zoofachgeschäft
zu kommen, dann kaufte ich von dem Futter, das bei den Ausstellungen immer
beworben wurde.
Also fütterte man was gerade so da war und was man zufällig ergattern konnte.
Mir war wichtig, dass es ihnen schmeckte und es gut verträglich war. Gesund war
es ja, laut Werbeaussagen.
Immer schon las ich diverse Hundezeitschriften (1970 entdeckte ich das erste
Hundemagazin in der Trafik), meist aus Deutschland, die waren in Sachen Futter
schon viel weiter als wir. In den Hochglanzmagazinen wurde auch kräftig für das
gesunde Trockenfutter, das alles genau enthält was Hund so braucht, geworben.
Viele Broschüren, die man beim Tierarzt und natürlich bei Hundeausstellungen so
bekommt, versprachen, dass man nichts Besseres verfüttern könnte, um seinem
Liebling ein gesundes, beschwerdefreies und langes Leben zu ermöglichen.
Ein Futtermarkt nach dem anderen eröffnete in Österreich seine Filialen. In den
Wiener Außenbezirken (Freßn*** eröffnete 1999, glaub ich) gab es dann jeweils
einen mit dem sich alles mit dem eigenen Auto problemlos besorgen ließ. Da wir
auch viel auf verschiedenen Hundeplätzen, durch den Agility-Sport, unterwegs
waren, kamen noch andere Futtermarken zu einem Bekanntheitsgrad. Alle hatten das
„beste Futter für den Hund“. Ich verfütterte alles, schließlich war ja auch
alles von Veterinären wissenschaftlich untersucht.
Zur Jahrtausendwende waren alle von Spezialfutter beseelt. Eigenes für die
verschiedenen Lebensabschnitte: Welpen (Puppy!), Junghund (Junior), erwachsene
(adulte!) Hunde, alte Hunde (Senior!). Futter für sehr sehr kleine, kleine,
mittelgroße und Riesenrassen wurden angeboten. Extra-Futter für Schäferhunde,
Pudel, und Yorkies. Futter für den Leistungshund, Agility-Sporthunde und
Schlittenhunde. Dann gab es noch Futter für den sensiblen, den dicken und den
dünnen Hund. Alle brauchten was anderes in ihrem Futter und das wurde auch
kräftig beworben (ob sich das Trockenfutter in der Zusammensetzung wirklich
verändert hat?!). Mit Sparpaketen im Angebot und nette Zusatzartikel bei Abnahme
von 7,5 kg- od. 15 kg-Säcken.
Einige Jahre später:
Daisy habe ich im Alter von 14 Jahren einschläfern lassen müssen.. Mit 3 Jahren
wurde ihr die Patella operiert. Einmal hatte sie starken Juckreiz am Rücken. Der
TA konnte nichts feststellen. Außer ein bestimmtes Shampoo ist ihm nichts dazu
eingefallen. Mit Homöopathie und einer Futterumstellung (diverse Bücher hatte
ich mir erlesen und ging das Problem von dieser Seite an) hatte sie es dann nie
wieder bekommen.
Mit 11 Jahren mussten ihr Polypen in der Scheide (die, Gott sei Dank, nach außen
gewachsen sind) entfernt werden. Dabei wurden auch gleich ein Mammatumor und die
Gebärmutter herausoperiert. Sonst gab’s bis zum 12. Lebensjahr nie Probleme.
Dann wurde sie zunehmend blind, später auch taub. Mit 13 wurde das Herz immer
schwächer. Herzhusten mit Wasseransammlung in der Lunge. Der Husten wurde immer
schlimmer und sie immer schwächer.
Aufgrund der Krankheit von Lissja habe ich mich näher mit der Ernährung des
Hundes und im Besonderen mit der Ernährung bei Niereninsuffizienz
befasst. Nach Durchlesen der vielen Bücher, die ich schon über Krankheiten und
Hundeernährung zu Hause hatte, den Recherchen im Internet und den Erklärungen
des Tierarztes, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Rohfütterung mit Fleisch,
Innereien und Gemüse wohl doch „Das beste Hundefutter“ sein muss.
Ich muss gestehen, solange die Hunde gesund waren und keine Auffälligkeiten
zeigten ist das kein Thema für mich gewesen. Im Vertrauen auf die Tierärzte, der
Futtermittelhersteller, diverser Hundebücher und den bisherigen Erfahrungen, hab
ich sehr abwechslungsreich gefüttert. Das war es wahrscheinlich auch, dass meine
Hunde doch sehr lange gesund alt werden ließ.
Lissja, die uns mit 15 ½ Jahren verlassen musste, konnte ich nicht mehr helfen.
Nach einigen unprofessionellen Behandlungen verschiedener TierärztInnen, die
anscheinend noch ein paar Euronen an dem todkranken Tier verdienen wollten,
konnte ich doch noch einen Tierarzt finden, der dem Hund das Leben noch für ein
paar Monate angenehmer machen konnte.
Lissja sah man ihre Krankheit nicht an. Sie hatte nur Tage wo sie müde erschien.
Mehr als an anderen Tagen, aber für das Alter nicht auffällig. Was mir auffiel
war ihre Körperhaltung, wenn sie ruhen wollte. Sie war müde und konnte keine
Ruhestellung finden. Sie lag nicht mehr eingeringelt in ihrem Körbchen, auch
nicht ausgestreckt auf einer Seite, sondern in „Platz-Stellung“ und hielt ihren
Kopf in die Höhe. Wenn sie vor Müdigkeit den Kopf nicht mehr halten konnte, sank
er langsam zu Boden. Selten kam er dort zu liegen, denn vorher riss Lissja ihn
hoch und das Schauspiel begann von vorne.
Ich hatte die Vermutung, dass sie Schmerzen im Rückgrad oder Hüfte hatte, denn
oft kam es vor, dass sie ohne Grund von ihrem Lagerplatz hochfuhr und weg
rannte. Dabei sah sie sich um, als ob sie nachschauen wollte, ob sie da wer in
den Popo gestochen hätte.
Dieser Zustand trat immer häufiger auf und ich entschloss mich bei Lissja eine
Durchuntersuchung in einer Tierklinik machen zu lassen (Röntgen der Wirbelsäule,
Ultraschall). Dabei kam absolut nichts heraus. Nichts worauf man auf die Ursache
für Schmerzen schließen hätte können. Keine Arthrosen, Bandscheibenleiden oder
sonstiges, was Hunde dieses Alters so haben und schon gar nicht, was dieses
Aufschrecken aus der Ruhestellung auslöste. Einzig bei der Blutuntersuchung
kamen erhöhte Nierenwerte zum Vorschein.
Lissja bekam ein Medikament, dass ins Futter gemischt dafür sorgen sollte, dass
der Phosphor den Nieren nicht noch mehr Schaden kann. Daraufhin besserte sich
Lissja’s Ruhezustandsproblem dahingehend, dass sie jetzt wieder entspannt in
Seitenlage schlafen konnte ohne vor Schmerzen hochzuschrecken.
Die Werte verbesserten sich nicht. Daran änderte auch eine sechsmonatige
Diätphase mit Renal RF 16 von Royal Canin und ein weiteres Medikament auf
pflanzlicher Basis, dass die Nieren unterstützen sollte, nichts. Lissja wollte
das Futter nicht mehr annehmen und ich musste nach Alternativen suchen.
Ich fand dann ein anderes Fertigfutter für nierenkranke Hunde und als das dann
auch nicht mehr schmeckte ging ich zu Selbstgekochtem über (Fleisch schmeckte
ihr sehr gut, den Reis und Gemüse musste ich dann pürieren und unter das sehr
klein geschnittene Fleisch mischen. Sonst suchte sie sich das Fleisch heraus und
der Rest blieb stehen. Alles gemeinsam püriert fraß sie überhaupt nicht.)
Im Internet suchte ich nach Erfahrungsberichten, Symptombeschreibungen und
Rezepten für eine Nierendiät. Außer, dass man eiweißreduziert (und das ist auch
nicht erwiesen, sondern es ist auf die Eiweißqualität zu achten) und
phosphorreduziert füttern soll, hab ich nicht viel dazu gefunden. Damit kam nur
mehr eine Hühnchen/Gemüse/Reis-Diät in Frage und die Medikamente, die die Nieren
unterstützen sollten.
Leider kann ein Hund mit kaputten altersschwachen Nieren nicht lange überleben.
Nach einem ¾ Jahr fraß sie nur noch sehr wenig bis gar nichts. Da ihr das
Selbstgekochte auch nicht mehr schmeckte suchte ich nach Hundefutter, dass
zumindest keine Konservierungsmittel (EG-Zusatzstoffe), Farbstoffe,
Geschmacks- und Lockstoffe (Zucker), künstliche Vitamine oder sonstige
Zusatzstoffe, die den Organismus belasten, enthält und ohne tierische und
pflanzliche Nebenprodukte und auch ohne Weizen hergestellt wurde.
Ich hab es wieder aufgegeben. Es ist am Markt kaum was zu finden, das man um die
Ecke kaufen kann und meinen Anforderungen entspricht. Im Internet gibt es einige
Händler die „besseres“ Fefu (Fertigfutter) und auch relativ günstig haben.
Auch Bio-Hundefutter ist dort zu haben. Mit Fleisch aus artgerechter
Tierhaltung und Getreide und Gemüse aus biologischem Anbau.
Ich habe dann ein Dosenfutter gefunden, dass Lissja gerne angenommen hat, leider
auch nur mit tierischen und pflanzlichen Nebenprodukten, aber ohne den ganzen
künstlichen Schnickschnack. Hat aber doch letztendlich nichts mehr gebracht.
Lissja fraß zusehends weniger, bis sie eines Tages gar nichts mehr fressen
wollte und sogar Wasser erbrochen hat. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie weder
Durchfall noch Erbrechen, im Gegenteil, sie machte sogar einen munteren
Eindruck. Die letzten drei Tage ihres Lebens wollte sie nichts mehr fressen,
konnte deshalb auch keine Medikamente mehr einnehmen. Sie konnte nicht mehr
stehen oder gehen und roch entsetzlich. Der Anruf beim Tierarzt war
unvermeidbar. Sicher hätte sie noch ein paar Tage länger leben können, wenn man
sie an den „Tropf“ angeschlossen hätte. Was hätte das geändert? Die Niere hätte
es nicht mehr reparieren können.
Im Nachhinein kann ich mich an eine Blutuntersuchung bei Lissja im Alter von 8
Jahren erinnern, die auch schon einen erhöhten Nierenwert und ein noch früherer
Bluttest ergab erhöhte Leberwerte. Leider hatte die damalige Tierärztin keine
Therapie/Diätfutter vorgeschlagen. Für die Leberwerte gab es ein homöopathisches
Mittel. Vielleicht hat dieses einiges bewirkt, dass Lissja doch so alt wurde.
Im Vertrauen darauf, dass es nichts Ernstes ist, hab ich mir darum keine Sorgen
gemacht. Ich bin mir sicher, dass man mit einer besseren Ernährung und
vielleicht einem homöopathischen Mittel ihr schon früher Schmerzen ersparen oder
den Verlauf hätte abschwächen können.
Leider kommen Nierenerkrankungen schleichend ohne Symptome. Wenn sich dann
welche bemerkbar machen, ist es leider schon zu spät. Lissja ist aber trotzdem
sehr lange gesund geblieben und sehr alt geworden. Aber diesen Umstand könnte
man auch guten Erbanlagen zuschreiben.